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iroh-forward/README.md
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skoandClaude Opus 4.8 4257d13e88 docs: Build-Anleitung in README erweitern
Voraussetzungen (Rust-Toolchain), Release-Build, Binary-Pfad, ausführen,
cargo install und optionaler statischer musl-Build (inkl. musl-tools-Hinweis).

Co-Authored-By: Claude Opus 4.8 (1M context) <noreply@anthropic.com>
2026-06-22 02:02:16 +00:00

230 lines
8.5 KiB
Markdown

# iroh-forward
TCP-Forwarding über das [Iroh](https://www.iroh.computer/)-Netz (QUIC), adressiert per
**Public Key statt IP**. Macht einen *Serving Host* standortunabhängig erreichbar (auch hinter
CGNAT / dynamischer IP), ohne VPN-Daemon und ohne Änderung an OPNsense/Nginx.
Umsetzung von **Option B** aus `recherche-vpn-vs-p2p-netzwerk.md`.
```
[Nginx] proxy_pass http://127.0.0.1:9080
│ (lokales TCP)
iroh-forward client --listen 127.0.0.1:9080 --peer <SERVER_ENDPOINT_ID>
│ QUIC / Iroh (TLS 1.3, n0-Relay oder Hole-Punch); 1 QUIC-Stream pro TCP-Verbindung
iroh-forward server --to 127.0.0.1:3000
[App :3000]
```
QUIC multiplext beliebig viele Streams über **eine** Connection → parallele Requests skalieren
ohne Tricks.
## Build
Voraussetzung: eine Rust-Toolchain (Rust 1.82+). Falls noch nicht vorhanden:
```bash
curl --proto '=https' --tlsv1.2 -sSf https://sh.rustup.rs | sh
```
Release-Binary bauen:
```bash
cargo build --release
```
Das fertige Binary liegt unter `./target/release/iroh-forward`. Direkt ausführen:
```bash
./target/release/iroh-forward --help
# oder ohne expliziten Build:
cargo run --release -- --help
```
Systemweit installieren (nach `~/.cargo/bin`):
```bash
cargo install --path .
```
### Statisches Binary fürs Deployment (optional)
Für ein weitgehend abhängigkeitsfreies Binary, das auf jedem Linux-Host ohne passende glibc läuft,
gegen musl bauen. Da iroh standardmäßig `ring` (C-Crypto) nutzt, wird die musl-C-Toolchain
benötigt:
```bash
# Debian/Ubuntu:
sudo apt install musl-tools
rustup target add x86_64-unknown-linux-musl
cargo build --release --target x86_64-unknown-linux-musl
# Binary: ./target/x86_64-unknown-linux-musl/release/iroh-forward
```
## Nutzung
### Serving Host (Ziel)
```bash
iroh-forward server --to 127.0.0.1:3000 --key-file /etc/iroh/node.key
```
Beim Start wird die **EndpointId** (= Public Key = Adresse) geloggt:
```
Server läuft ... id=7f2bba1e... --peer 7f2bba1e...
```
Diese EndpointId einmalig **out-of-band** (Vault, Ansible-Secret, …) an den Nginx-Host übergeben.
Der `--key-file` persistiert die Identität → nach Neustart bleibt die EndpointId gleich.
### Nginx-Host (Client)
```bash
iroh-forward client \
--listen 127.0.0.1:9080 \
--peer 7f2bba1e... \
--key-file /etc/iroh/client.key
```
Nginx-vhost:
```nginx
location / {
proxy_pass http://127.0.0.1:9080;
}
```
## Optionen
| Flag | Default | Beschreibung |
| ---- | ------- | ------------ |
| `--to` (server) | `127.0.0.1:3000` | Forward-Ziel als `NAME=ADDR`, mehrfach angebbar. Bloßes `ADDR` ⇒ Name `default` |
| `--allow` (server) | — | erlaubte Client-EndpointId; mehrfach angebbar. Ohne Angabe: alle erlaubt |
| `--listen` (client) | `127.0.0.1:9080` | Listener als `NAME=ADDR`, mehrfach angebbar. `NAME` muss einem `--to`-Namen des Servers entsprechen |
| `--peer` (client) | — | EndpointId des Serving Host (Pflicht) |
| `--relay` (beide) | — | self-hosted Relay-URL (z.B. `https://relay.example.com`). Ohne Angabe: n0-Default-Relays |
| `--key-file` | `./node.key` / `./client.key` | persistierter SecretKey (Datei wird mit `0600` angelegt) |
Zusätzlicher Subcommand `keygen --key-file <PATH>`: erzeugt (falls nötig) eine Key-Datei und gibt
die EndpointId aus, ohne den Dienst zu starten — siehe
[Schlüssel vorab erzeugen](#schlüssel-vorab-erzeugen-verteilung-vereinfachen).
Logging über `RUST_LOG`, z.B. `RUST_LOG=iroh_forward=info,iroh=warn`.
## Schlüsselmodell: EndpointId vs. SecretKey
Häufiges Missverständnis: Die **EndpointId ist die Adresse, nicht das Secret.** Es sind zwei
verschiedene Dinge (asymmetrische Kryptografie wie bei SSH):
| | Was | Geheim? | Rolle |
| --- | --- | --- | --- |
| **SecretKey** (`*.key`-Datei) | 32-Byte Ed25519-Privatschlüssel | **JA — niemals teilen** | Beweist „ich *bin* dieser Endpoint" |
| **EndpointId** | der daraus abgeleitete Public Key | **Nein — öffentlich** | Adresse, an die man dialt (`--peer`) |
Die EndpointId ist mathematisch der Public Key zum SecretKey (`SecretKey::public()`). Sie zu
kennen erlaubt **nicht**, den Server zu imitieren — dafür braucht man die Key-Datei. Im Gegenteil:
Wenn der Client `--peer <EndpointId>` dialt, verifiziert QUIC/TLS kryptografisch, dass die
Gegenstelle wirklich den passenden SecretKey besitzt. Genau das ist „dial by key" und macht MITM
unmöglich. Die EndpointId darf bedenkenlos ins Config-Repo committet werden.
**Warum sie sich trotzdem wie ein Secret „anfühlt":** Ohne Allowlist ist die EndpointId das
*einzige* Tor, um sich überhaupt zu verbinden — jeder, der sie kennt, darf eine Verbindung
*aufbauen*. Sie ist dann kein kryptografisches Secret, aber faktisch ein **Zugangs-Token**. Mit
gesetzter `--allow`-Allowlist verliert die EndpointId diese Sonderrolle und ist nur noch eine
harmlose Adresse.
### Schlüssel vorab erzeugen (Verteilung vereinfachen)
Man kann sich keine *beliebige* Wunsch-ID aussuchen (sie ist der Public Key des Keypairs), aber
man kann die Keypairs **vorab** erzeugen, sodass die EndpointId schon vor dem ersten Start bekannt
ist — kein „booten → Log lesen → ID kopieren" nötig:
```bash
iroh-forward keygen --key-file serving-host.key
# → gibt die EndpointId auf stdout aus, legt serving-host.key (0600) an
```
Dann im Provisioning:
- `serving-host.key` (das Secret) → per Vault/Ansible-Secret nur auf den Serving Host, `0600`
- die EndpointId (öffentlich) → direkt in die Client-Config / ins Git-Repo
Die Discovery (n0-DNS) löst die EndpointId zur jeweils aktuellen Netzwerkposition auf — es werden
**nie IPs** verteilt, nur einmalig die öffentliche EndpointId (wie ein gepinnter SSH-Hostkey).
`keygen` ist idempotent: bei vorhandener Datei wird die bestehende EndpointId ausgegeben.
## Zugriffskontrolle (Allowlist)
Ohne `--allow` darf jeder, der die Server-EndpointId kennt, sich verbinden. Mit einer oder mehreren
`--allow`-Angaben akzeptiert der Server **nur** die genannten Client-EndpointIds; alle anderen
werden direkt nach dem Handshake abgewiesen:
```bash
# Client-Key vorab erzeugen, dessen EndpointId notieren:
iroh-forward keygen --key-file client.key # -> 33c17794...
# Server nur für diesen Client öffnen (mehrfach für mehrere Clients):
iroh-forward server --to 127.0.0.1:3000 --key-file node.key \
--allow 33c17794... --allow <weitere-client-id>
```
Besonders wichtig, sobald sensible Dienste (SSH, DB) statt nur eines HTTP-Upstreams getunnelt
werden.
## Multi-Port: mehrere Dienste über einen Tunnel
Server und Client können mehrere benannte Forwards bedienen. Jeder Client-Listener sendet seinen
**Service-Namen** als Stream-Vorspann; der Server ordnet ihn dem passenden `--to`-Ziel zu. Alle
Forwards laufen über **eine** geteilte QUIC-Connection (Multiplexing).
```bash
# Serving Host — z.B. Web-App + SSH:
iroh-forward server --key-file node.key \
--to web=127.0.0.1:3000 \
--to ssh=127.0.0.1:22 \
--allow <client-id>
# Nginx-Host — lokale Ports, je einem Service zugeordnet:
iroh-forward client --peer <server-id> --key-file client.key \
--listen web=127.0.0.1:9080 \
--listen ssh=127.0.0.1:2222
```
Dann `nginx → 127.0.0.1:9080` (web) und `ssh -p 2222 user@127.0.0.1` (ssh). Ein Listener mit
einem Service-Namen, den der Server nicht kennt, wird serverseitig verworfen.
Es funktioniert jedes TCP-Protokoll (SSH, MySQL, PostgreSQL, Redis, …). Der einfache Fall ohne
`NAME=` nutzt automatisch den Service `default` auf beiden Seiten.
## Self-hosted Relay
Standardmäßig werden die öffentlichen n0-Relays genutzt. Mit `--relay <URL>` (auf beiden Seiten)
wird stattdessen ein eigener [`iroh-relay`](https://www.iroh.computer/docs) verwendet; die
EndpointId-Discovery läuft weiterhin über n0-DNS.
```bash
iroh-forward server --relay https://relay.example.com ...
iroh-forward client --relay https://relay.example.com ...
```
Der Relay sieht nur verschlüsselte Bytes. Praktisch wird er meist nur fürs initiale Rendezvous und
bei symmetrischem NAT gebraucht — die meisten Verbindungen laufen nach dem Hole-Punching direkt P2P.
## Sicherheit & Grenzen
- **Vertrauensanker:** siehe [Schlüsselmodell](#schlüsselmodell-endpointid-vs-secretkey). Ohne
`--allow` ist die EndpointId faktisch ein Zugangs-Token → geheim halten; Key-Dateien `0600`.
- **Nur TCP:** reine UDP-Protokolle werden nicht getunnelt.
- **Client-IP:** das Ziel sieht als Quelle immer den `server`-Prozess (`127.0.0.1`), nicht die
echte Client-IP — `X-Forwarded-For` ggf. davor an der Edge setzen.
### Geplante Erweiterungen
- systemd-Units für beide Rollen.
- Allowlist/Service-Zuordnung pro Client (welcher Client welche Services nutzen darf).